Die Deutsche Meisterschaft fand am 19. und 20. Oktober 2024 wie gewohnt am Hesselberg statt. Der Samstag konnte wegen des Bodennebels erst verspätet, mit 31 Teilnehmern, davon vier Jugendlichen, um 13.00 Uhr gestartet werden. Es nahmen fünf Erwachsene und ein Jugendlicher aus NRW daran teil. Die Startstelle unterhalb einer Streuobstwiese führte zu einem lautstarken Disput mit dem Besitzer. Das Fluggelände erwies sich als ungeeignet, da es mit einer 3kV-Leitung durchzogen war und im Abstand von 500 m mit einer hohen Baumreihe abgeschlossen wurde. Es fanden zahlreiche Baumlandungen statt. Der Tag wurde mit drei Durchgängen beendet.

Mannschaft NRW : Carlos Lammersmann Gozalo, Guadalupe Gozalo Aquete, Kai Lammersmann, Wolfgang Höfs, Friedhelm Mehr
Mannschaft NRW : Carlos Lammersmann Gozalo, Guadalupe Gozalo Aquete, Kai Lammersmann, Wolfgang Höfs, Friedhelm Mehr.

Am Sonntag konnte ein Gelände für den Südwestwind mit unbeschränktem Auslauf und einer besäumten Breite von ca. 300 m beflogen werden. Trotz geringer Startüberhöhung von ca. 30 m konnten Flugzeiten zwischen drei und fünf Minuten angesetzt werden. Insgesamt wurden am Wochenende sieben Durchgänge geflogen. Die Maximalzeit wurde von zehn Piloten erreicht, darunter als beste Pilotin aus dem NRW-Team Guadalupe Gozalo Aquete. Sie belegte leider nur den zehnten Platz nach dem Stechen. Das Stechen wurde weit unterhalb des Hanges ausgeflogen. Die Zeit im Stechen wurde, trotz der geringen Überhöhung von ca. 10–15 m, auf sieben Minuten angesetzt. Deutscher Meister mit 362s wurde Alexander Winker vor Felix Schmidt 234s und Uwe Sondhauß 206s. Bei den Jugendlichen belegte Carlos Lammersmann Gozalo den 3. Platz. Die Mannschaft mit Guadalupe Gozalo Aquete, Carlos Lammersmann Gozalo und Kai Lammersmann (Familienverband) kamen in der Mannschaftswertung auf Platz 3. Somit war es aus Sicht der NRW-Piloten ein erfolgreiches Wochenende.

Bericht von Evelyn Höfs

Jugendwertung: Carlos Lammersmann Platz 3, Leo Wonka (BW) Platz 1, Leon Rink (HE) Platz 2 v.l.
Jugendwertung: Carlos Lammersmann Platz 3, Leo Wonka (BW) Platz 1, Leon Rink (HE) Platz 2 v.l.
Mannschaftswertung: NRW 2 auf Platz 3 mit Carlos Lammersmann Gozalo, Kai Lammersmann und Guadalupe Gozalo Aquete, Platz 1 Bayern 1 und Platz 2 Baden-Württemberg 1 v.l.
Mannschaftswertung: NRW 2 auf Platz 3 mit Carlos Lammersmann Gozalo, Kai Lammersmann und Guadalupe Gozalo Aquete, Platz 1 Bayern 1 und Platz 2 Baden-Württemberg 1 v.l.

„Kolibris“ vom FSV Oberhausen-Duisburg gewinnen Bronzemedaille

Die Modellfluggruppe „Kolibris“ vom FSV Oberhausen-Duisburg hat in diesem Jahr bei der Weltmeisterschaft im Fesselflug drei der acht Mannschaftsmitglieder gestellt und in der Klasse F2A Speed die Bronzemedaille in der Mannschaftswertung gewonnen. Norbert Schmitz und William Naemura zeigten bei schwierigen Bedingungen – großer Hitze gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit – dass sie ihre 25-ccm-Rennmotoren trotzdem auf hohe Geschwindigkeiten bis zu 290 km/h trimmen konnten. Norbert ist seit 1998 regelmäßig im Nationalteam. Unser Neumitglied William Naemura aus Portland, Oregon, lebt seit Jahren in Deutschland und ist ein ebenso erfahrener und erfolgreicher Pilot. In der Klasse Fesselkunstflug war mit Christoph Holtermann aus Mülheim/Ruhr ebenfalls ein erfahrener Pilot am Start, der mit Platz 16 das Finale der besten 15 nur knapp verpasste.

William Naemura, Norbert Schmitz und Christoph Holtermann, alle FSV OB-DU
William Naemura, Norbert Schmitz und Christoph Holtermann, alle FSV OB-DU

Technische Details und Anforderungen in der Klasse F2A Speed

In der Klasse F2A-Speed gilt es, ein Modellflugzeug, angetrieben von einem 25 ccm-Rennmotor mit Resonanzrohr, an einer Leinenlänge von 17,92 m über neun Runden (insgesamt 1000 m) zu fliegen. Der Steuergriff wird dabei in ein Pylon gesetzt, und es wird FAI-Standardsprit ohne Leistungszusätze verwendet, um Chancengleichheit zu gewährleisten. Die Modelle sind asymmetrisch gebaut, um den Luftwiderstand zu reduzieren.

William beim Beschleunigen des Modells
William beim Beschleunigen des Modells

Herausforderungen und Erfolge in der Klasse Fesselkunstflug

In der Klasse Fesselkunstflug nahmen insgesamt 47 Teilnehmer aus 18 Nationen teil. Weltmeister wurde erstmals Marco Valiera aus Italien, mit einem Abstand von nur einem halben Promille vor dem Weltmeister von 2016, Orestes Hernandez aus den USA. Drittplatzierter war der chinesische Junior Letong Xu, der durch kontinuierliche Aufbauarbeit in den letzten Jahren bereits als Junior das Leistungsniveau der Weltspitze erreicht hat. Starke Leistungen zeigten somit erwartungsgemäß die Chinesen und die US-Amerikaner auf ihrer Heim-WM. Den deutschen Piloten gelang in der Teamwertung immerhin Rang 7 von 18 Nationen.

Internationale Teilnahme und organisatorische Herausforderungen

Aufgrund der weltpolitischen Lage und mangelnder finanzieller Förderung fehlten leider viele Piloten aus Mittel- und Osteuropa, Israel, Südamerika und Afrika. Dies war besonders bedauerlich, da die Nähe zu den großen Einreise-Hubs in Chicago und Detroit die Anreise nach Muncie eigentlich unkompliziert gemacht hätte.

Wettbewerb in der Klasse Kunstflug: Bewertung und Technologie

In der Klasse Kunstflug, an der Christoph Holtermann sowie seine Teamkollegen Frank Wadle und Dietmar Morbitzer teilnahmen, werden 15 Standardfiguren von Punktrichtern auf geometrische Präzision bewertet. Die Modelle sind mehrheitlich in Formen gebaute Standardmodelle aus osteuropäischer Produktion und werden zunehmend von Elektromotoren angetrieben. Diese Elektroantriebe sind mittlerweile leistungsstärker als Verbrennerantriebe, und so flogen nur noch zehn Teilnehmer mit Verbrennern.

Concours d’Elegance: Förderung des Eigenbaus

Um dem Trend zu gekauften Standardmodellen entgegenzuwirken, veranstaltete der Ausrichter einen „Concours d’Elegance“, an dem nur Piloten mit selbstgebauten Modellen teilnehmen durften. Von den 47 Teilnehmern hatten nur 17 Piloten selbstgebaute Modelle. Gewonnen hat diesen Wettbewerb Chris Cox aus Kanada mit seiner Semi-Scale Konstruktion „Hellcat“, die kunstflugfähig ist.

Hellcat von Chris Cox, Concours d’Elegance Gewinner der WM 2024
Hellcat von Chris Cox, Concours d’Elegance Gewinner der WM 2024

Das International Aeromodelling Center in Muncie

Das International Aeromodelling Center in Muncie, Indiana, ist der weltweit größte Modellflugplatz. Hier finden wöchentlich Großveranstaltungen in allen Modellflugkategorien statt, darunter internationale Weltmeisterschaften und nationale Wettbewerbe. Auf einer Fläche von über vier Quadratkilometern befinden sich mehrere Pisten, die teilweise nur mit Wegweisern zu finden sind. Der Platz umfasst auch Campingplätze für Wohnanhänger und sogar einen eigenen Friedhof.

Ohne Wegweiser verfährt man sich schnell …
Ohne Wegweiser verfährt man sich schnell …

Perfekte Bedingungen und ein historisches Modellflugmuseum

Obwohl Fesselflug weltweit eher eine Randsportart ist, sind allein fünf der neun Pisten der Anlage dem Fesselflug gewidmet. Zwei Wochen vor der WM wurden die Fesselflugkreise für rund eine Million Dollar neu asphaltiert, was ideale Bedingungen für alle Teilnehmer schuf. Ein Highlight der Anlage ist das Modellflugmuseum, das von drei Vollzeitkräften betreut wird. Es zeigt Exponate von den Anfängen des Modellflugs bis zur Neuzeit, inklusive eines original ausgestatteten Modellbauladens im Stil der 1950er Jahre.

Modellbauladen im Museum im Stile der 50er
Modellbauladen im Museum im Stile der 50er

Fesselkunstflug in den USA: Starke Konkurrenz und Vorbereitungen auf die WM

Fesselflug, besonders der Kunstflug, ist in den USA deutlich populärer als in Europa. Bei den amerikanischen NATS, die eine Woche vor der Weltmeisterschaft stattfanden, waren allein in der Expertklasse des Fesselkunstflugs 61 Teilnehmer am Start. Hier sind selbstgebaute Modelle Voraussetzung zur Teilnahme, und Baupunkte fließen zu etwa 3 % in das Gesamtergebnis ein. Christoph Holtermann nutzte die NATS zur Vorbereitung auf die WM und erreichte mit seinem selbstgebauten Modell „Urraco“ die Top 20.

Appearance-Judging bei den NATS
Appearance-Judging bei den NATS

Abschluss der WM und schwierige Wetterbedingungen

Die Siegerehrung der Weltmeisterschaft fiel leider in eine Gewitterfront. Doch wie die Einheimischen in Muncie sagen: „Bist du mit dem Wetter unzufrieden, dann warte fünf Minuten!“

Siegerehrung im Gewitter, Kolibris auf Platz 3
Siegerehrung im Gewitter, Kolibris auf Platz 3

In diesem Jahr fand die F1E-Europameisterschaft in der dritten Augustwoche in Tschechien statt. Austragungsort war der bekannte Vulkanberg Rana, knapp zehn Kilometer nördlich der Stadt Louny (Laun) an der Eger, wo die deutsche Mannschaft mit allen Helfern und Schlachtenbummlern ihr Quartier aufgeschlagen hat, ebenso wie die Teilnehmer ausder Schweiz. Die Anreise erfolgte getrennt am Donnerstag, Freitag oder Samstag, um noch den einen oder anderen Trainingstag vor dem WC- Wettbewerb am Sonntag zu haben. Diese Gelegenheit wurde auch am Freitag und Samstag am Westhang genutzt. Am Ende haben die Schweizer Kollegen aber von einem Landwirt erfahren, dass an diesem Platz garkein Wettbewerb geflogen werden darf. Von den Organisatoren gab es keine Information dazu. Auch die Nachricht, dass am Sonntag nicht geflogen wird, weil die Wettervorhersage schwere Gewitter im Tagesverlauf zeigte, haben nur wenige Teilnehmer erhalten. Das waren also gleich zu Anfang viele Ungereimtheiten und Fragezeichen. Es sollten im Laufe der Woche nicht die letzten bleiben.

Nach verschiedenen Ausflügen am Sonntag (zum Beispiel nach Prag, die Gewitter kamen erst am späten Nachmittag), fuhren wir am Montagvormittag knapp 50 Kilometer nach Litomerice (Leitmeritz), wo die Eger in die Elbe mündet. Dort fand zunächst die Modellkontrolle statt. Nach unserem Mittagessen am Marktplatz ging es um 14:00 Uhr zur Eröffnungsfeier in das örtliche Kulturzentrum. Dabei und bei der anschließenden Mannschaftsführerbesprechung gab es zur Organisation nur spärliche Informationen. Es fehlten auch die offiziellen Eröffnungsworte und die FAI- Hymne. Auf Nachfrage erhielten wir zumindest die GPS-Koordinaten eines alternativen Westhangs. Ein Teil der Mannschaft wurde dort vom örtlichen Bauer freundlich empfangen, der andere Teil machte vor dem Abend noch Trainingsflüge am Rana-Osthang.

Eröffnungsfeier
Eröffnungsfeier
De Jugendmannschaft: Leon Rink, Carina Lammersmann Gonzalo, Carlos Lammersmann Gonzalo
De Jugendmannschaft: Leon Rink, Carina Lammersmann Gonzalo, Carlos Lammersmann Gonzalo
Die Seniorenmannschaft: Guadalupe Gonzalo Aquete, v.l. Werner Ackermann, Friedrich Wankerl, Alexander Winker
Die Seniorenmannschaft: Guadalupe Gonzalo Aquete, v.l. Werner Ackermann, Friedrich Wankerl, Alexander Winker

Europameisterschaft der Junioren

Mit einer kleinen Verzögerung begann am Dienstag die Europameisterschaft der Junioren mit 21 Teilnehmern und Teilnehmerinnen am Osthang. Den ganzen Tag über waren die Bedingungen mit 2 bis 4 m/s Wind meist direkt auf dem Hang optimal. Deshalb wurde nach zwei Durchgängen mit vier Minuten die Flugzeit ab dem dritten Durchgang auf fünf Minuten erhöht. Im letzten Durchgang haben alle Teilnehmer die Maximalzeit erreicht!

Für die deutsche Mannschaft waren Leon Rink sowie Carlos und Carina Lammersmann Gozalo am Start, alle schon mit Erfahrung aus den vorangegangenen zwei Jahren. Unter der Betreuung durch unseren Mannschaftsführer Florian Winker begann der Wettbewerb mit einem Maximum von Leon gut. Allerdings landete sein Modell in einem Teich, konnte erst nach einiger Zeit herausgefischt werden und war wegen der durchnässten Elektronik fortan unbrauchbar. Das Modell von Carina hat leider im ersten Durchgang die Thermikböen nicht vertragen, fing zu pumpen an und lag nach etwas mehr als zwei Minuten. Carlos fehlten sechs Sekunden zum Maximum. Er verlor weitere 34 Sekunden im dritten Durchgang. Carina fehlten im zweiten Durchgang 15 und im vierten Durchgang 55 Sekunden. Das ergab am Ende Platz 15 für Carlos und Platz 16 für Carina. Sie war damit auch vierte der sechs weiblichen Starterinnen.

Leon flog alle Durchgänge voll, manchmal souverän, manchmal auch etwas zittrig. So war er einer der acht Starter im ersten Stechen über sieben Minuten, zusammen mit drei Franzosen, drei Rumänen und einer Slowakin. Er erreichte knapp fünfeinhalb Minuten und damit den siebten Platz, womit er sehr zufrieden war. Vier Piloten kamen ins zweite Stechen über neun Minuten. Alle waren fast zeitgleich gestartet, parallel unterwegs und damit gut verfolgbar. Am Ende lag Laura Kozuchova (Slowakei) mit genau fünfeinhalb Minuten Flugzeit 29 Sekunden vor Nectarie Totan aus Rumänien und den beiden Franzosen Omar Al Saloum und Jaouen Rigault. Diese drei waren jeweils nur durch eine Sekunde getrennt. Die Mannschaftswertung ging an Frankreich vor Rumänien und Polen. Für die deutschen Junioren blieb der undankbare vierte Platz.

Carina bei den Startvorbereitungen
Carina bei den Startvorbereitungen
Guadalupe Gonzalo Aquete
Guadalupe Gonzalo Aquete

Seniorenwettbewerb

Für den Seniorenwettbewerb am Mittwoch wurden 8 bis 12 m/s Wind vorhergesagt, in Böen noch mehr. Das veranlasste den Organisator, sich schon am Dienstagabend für eine Verschiebung auf den Donnerstag zu entscheiden, an dem ursprünglich der am Sonntag ausgefallene WC-Wettbewerb nachgeholt werden sollte. Dieser wurde damit endgültig ersatzlos gestrichen. Der Mittwoch wurde also zum wiederholten Mal zu Ausflügen und anderen Freizeitaktivitäten genutzt. Am Donnerstag sollten sich die Mannschaftsführer um 9:00 Uhr mit der Wettbewerbsleitung treffen, um über den Startplatz zu entscheiden. Da war aber alles schon am Rana-Osthang aufgebaut, obwohl alle Wetterprognosen Wind aus Südwest vorhergesagt haben. Das wäre ideal für das Alternativgelände gewesen.

Unbeeindruckt wurde um 10:00 Uhr mit dem ersten Durchgang begonnen. Da war der Wind noch schwach und schräg von rechts, also Südost. 29 von 37 Teilnehmern erreichten die geforderten fünf Minuten Flugzeit, darunter auch die deutschen Starter Alexander Winker, Werner Ackermann und Friedrich Wankerl sowie die Schweizer Heinz Bleuer und Fredi Andrist. Nur unsere Dame Guadalupe Gozalo Aguete sowie der dritte Schweizer Michael Bleuer verloren einige Zeit.

Pünktlich zum Beginn des zweiten Durchgangs kam der Wind dann entsprechend der Vorhersage parallel zum Hang oder sogar leicht von hinten. Im dritten Durchgang wurde es noch turbulenter und schwieriger. Man musste einen perfekten Startmoment und Thermikunterstützung erwischen, um eine Chance auf ein Maximum zu haben, das im zweiten Durchgang noch zehn und im dritten nur noch sieben Starter erreichten, darunter leider kein Deutscher und kein Schweizer. Bei vielen Teilnehmern lag die Stimmung nach diesen zwei Durchgängen am Boden.

Für die beiden letzten Durchgänge wurde die Flugzeit dann auf vier Minuten verkürzt. Weil der Wind zumindest für einige Momente etwas auf den Hang kam und im Vorfeld meist gute Thermik zu finden war, gab es wieder 21, genauer gesagt 20 Maximalzeiten. So auch jeweils für Friedrich, der damit als bester Deutscher auf Rang 14 landete, und Alexander, am Ende auf Rang 20. Fredi (Rang 29), Heinz (Rang 30), Guadalupe (Rang 32), Werner (Rang 33) und Michael (Rang 35) blieb das Pech auch in diesen beiden Durchgängen treu. Das hatten wir uns natürlich anders vorgestellt und führte zu den enttäuschenden Mannschaftsrängen sieben für Deutschland und neun für die Schweiz.

Trotz der widrigen Bedingungen haben es zwei Teilnehmer ins Stechen geschafft. Dabei wurde Czesiaw Ziober aus Polen mit 117 Sekunden Flugzeit Europameister vor Nadiia Arkhypska aus der Ukraine mit 94 Sekunden, die damit auch die Frauenwertung gewann. Dritter wurde Ivan Treger, dem zum Stechen nur eine Sekunde fehlte. Der Mannschaftssieg ging an Rumänien vor Polen und der Slowakei.

Ich kann mich nicht erinnern, dass die Siegerehrung bei einer internationalen Meisterschaft schon einmal um 12:00 Uhr mittags stattgefunden hat, wie dieses Mal am Freitag, wiederum im Kulturzentrum von Litomerice. Der Grund lag wohl in der Belegung des Saals durch eine andere Veranstaltung am Abend. Dadurch wurde leider ein Tag mit brauchbaren Flugbedingungen verschenkt. Ins Gesamtbild der Europameisterschaft passt auch, dass die FAI für die beiden Frauenwertungen keine Medaillen geschickt hatte. Nach dem offiziellen Abschluss der Europameisterschaft gab es ein Mittagessen. Die Stimmung danach war eher verhalten im Vergleich zu früheren Meisterschaften mit Abschluss am Abend.

Am Nachmittag wurde dann noch darüber informiert, dass der WC-Wettbewerb am nächsten Tag am alternativen Westhang ausgetragen wird. Dies, obwohl als Windrichtung Ost vorhergesagt war, was am Rana perfekt gepasst hätte. Wieder einmal war Kopfschütteln angesagt. Am Samstag kam der Wind dann wie befürchtet schräg von hinten. Das hatte viel Geschimpfe der Teilnehmer und Ratlosigkeit bei den Organisatoren zur Folge. Ich habe erfahren, dass am Rana nicht geflogen werden durfte, da der Samstag nicht mehr gegenüber den Gleitschirmfliegern reserviert wurde. Wie gut die Bedingungen dort waren, zeigten die fast zwanzig Gleitschirme, die bei der Rückfahrt um 7:00 Uhr abends noch hoch über dem Rana flogen.

Es wurde bis 12:00 Uhr gewartet, ob sich an der Windrichtung etwas ändern würde, was leider nicht der Fall war. Obwohl manche Nationen sich schon nach der Siegerehrung am Freitag verabschiedet hatten und anderen Piloten die Lust vergangen war, begannen immerhin noch 41 Teilnehmer den Wettbewerb, darunter auch Peter Kuttler, der am Morgen die 200 Kilometer aus Hof gekommen war. Schon zu Beginn wurde die Verkürzung auf drei Durchgänge angekündigt, mit zweimal drei und einmal vier Minuten Flugzeit. Am Ende erreichten vier Teilnehmer das Stechen, darunter zwei Jugendliche. Florian fehlten vier Sekunden im zweiten Durchgang, womit er den fünften Platz belegte. Die geforderten sechs Minuten erreichten drei Starter, da zu diesem Zeitpunkt der Wind tatsächlich besser auf den Hang kam und viel Thermik vorhanden war. So gab es ein zweites Stechen mit geforderten acht Minuten Flugzeit, das Leon mit gut sechs Minuten gewann, vor Alexander mit etwas mehr als vier Minuten und Jean-Luc Drapeau aus Frankreich mit knapp drei Minuten. Gratulation an Leon zu seinem ersten WC-Sieg, womit er natürlich auch Erster bei der Jugend wurde. Florian und Alexander gewannen zusammen die Mannschaftswertung. Also ein versöhnliches Ende einer mehr als durchwachsenen Woche.

Unser Fazit

Leider konnten wir dieses Mal nicht an unsere Erfolge der beiden Vorjahre anknüpfen und sind ohne Podestplatzierung bei der Europameisterschaft geblieben. Spaß hatten wir trotzdem, weil die Stimmung und der Zusammenhalt im deutschen Team wieder prima waren. Vielen Dank an dieser Stelle an alle Helfer und Unterstützer!

Nächstes Jahr findet an gleicher Stelle die Weltmeisterschaft statt. Die Organisatoren haben versprochen, ihre Lektion gelernt zu haben. Hotel und Verpflegung, auch am Hang durch die Veranstalter, waren auf jeden Fall schon WM-reif. Wenn dann der Wind vom Donnerstag auf den Hang vom Samstag kommt und umgekehrt, könnte es etwas werden.

Carina Lammersmann Gonzalo
Carina Lammersmann Gonzalo
Guadalupe Gonzalo Aquete
Guadalupe Gonzalo Aquete

Am 24. Juli 1974 wurde der Luftsportclub Condor e. V. gegründet, als eine Gruppe leidenschaftlicher Modellflug-Enthusiasten, hervorgegangen aus der Modellfluggruppe des Aeroclubs Dortmund, die Gründungsurkunde unterzeichnete. Die Gründungsmitglieder, darunter Günter Insensee (1. Vorsitzender) und Willi Neuhaus (Sportwart), legten damit den Grundstein für eine 50-jährige Erfolgsgeschichte im Modellflug.

Frühe Jahre und erste Fluggelände

In den Anfangsjahren konnte der LSC Condor auf verschiedene Fluggelände in Dortmund zurückgreifen. Zunächst war es die Buschwiese in Dortmund Asseln, später folgten Gelände in Menglinghausen und Grevel. Doch nicht nur die Fluggelände wechselten, sondern auch die sportlichen Ambitionen der Mitglieder wuchsen. Bereits in den späten 1970er-Jahren entstand der Wunsch, einen eigenen Wettbewerb in der Segelflugklasse F3B zu veranstalten. Diese Wettbewerbsserie, bekannt als Ludwig Krämer Cup, machte den Verein schnell in der Modellflugszene bekannt.

Internationale Erfolge und Herausforderungen

Der LSC Condor etablierte sich in den 1980er-Jahren als feste Größe auf internationalen Wettbewerben. Besonders erwähnenswert sind die Teilnahmen an F3B-Wettbewerben in der Tschechoslowakei und der DDR. Doch auch in Ländern wie Belgien, Italien und Frankreich zeigten die Piloten des LSC Condor ihr Können. Trotz aller Erfolge blieben auch Herausforderungen nicht aus. So wurde 1988 die Flugkontrollzone Dortmund eingerichtet, was den Flugbetrieb auf dem Gelände in Dortmund Asseln stark einschränkte.

Wandel und Anpassungen

Im Laufe der Jahre erweiterte der Verein sein sportliches Repertoire. Neben F3B gewannen auch die Klassen F3J und F5J an Beliebtheit, in denen die Mitglieder regelmäßig an nationalen und internationalen Wettbewerben teilnahmen. Ein besonderes Augenmerk lag dabei stets auf der Förderung der Jugend, die regelmäßig an den Landesjugendtreffen des Aeroclubs NRW teilnahm.

Ein neues Kapitel: Das Fluggelände in Dortmund Wickede

Ein entscheidender Wendepunkt in der Geschichte des LSC Condor war das Jahr 2016, als dem Verein das Gelände in Dortmund Asseln gekündigt wurde. Doch die Mitglieder gaben nicht auf und fanden in Dortmund Wickede an der Eichwaldstraße ein neues Zuhause. Nach einer intensiven Phase der Genehmigungseinholungen und der Abstimmung mit der Flugsicherung konnte der Flugbetrieb im Mai 2017 wieder aufgenommen werden.

Gemeinschaft und Zusammenhalt

Neben den sportlichen Aktivitäten war und ist dem LSC Condor das gesellige Miteinander immer besonders wichtig. Gemeinsame Ausflüge zum Hangfliegen und das Freizeit-Fliegen stehen regelmäßig auf dem Programm, wodurch der Verein eine enge Gemeinschaft bildet, die auch in schwierigen Zeiten zusammenhält.

Der LSC Condor blickt auf 50 Jahre voller Herausforderungen, Erfolge und Veränderungen zurück und freut sich darauf, auch in Zukunft die Faszination des Modellflugsports mit Leidenschaft weiterzuführen.

Weitere Informationen zum Verein und seiner Geschichte finden Sie auf der Vereins-Webseite: www.modellflug-condor.de

Dieser Beitrag wurde verfasst anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des LSC Condor.

Dramatisch verlief für die deutsche Mannschaft die Freiflug-Weltmeisterschaft der Junioren in Nord-Mazedonien im August in allen drei Kategorien. Aber das Team fuhr nicht mit leeren Händen nach Hause: Jonas Adametz (BW) kam in der Seglerklasse F1A auf Platz 3 und auch das ganze F1A-Team (neben ihm noch Lars Rink (HE) und Leonhard Donner (HE)) wurde mit Bronze ausgezeichnet.

Aber der Reihe nach: nach sieben Flügen, alle mit maximaler Zeit, erreichten 5 Piloten das Stechen. Danach war Jonas Adametz eine Nacht lang Vizeweltmeister. Der Viertplazierte ließ seinen Höhenmesser auswerten und daraus konnte eine längere Zeit herausgelesen werden, als die drei Zeitnehmer gestoppt hatten. Dadurch rutschte Jonas Adametz auf Rang drei zurück. Ein Protest wurde abgewiesen.

Das deutsche F1A-Team, das Platz drei erreichte auf der Weltmeisterschaft: Lars Rink, Jonas Adametz, Leonhard Donner (v.l.) Foto: Andreas Rink
Das deutsche F1A-Team, das Platz drei erreichte auf der Weltmeisterschaft: Lars Rink, Jonas Adametz, Leonhard Donner (v.l.) Foto: Andreas Rink

In der Gummimotorklasse erwischte es Florian Jäckel, der den Vorwettbewerb selbst gegen die Senioren gewonnen hatte. Er flog in allen Runden Max und kam mit vier weiteren Piloten in das zweite Stechen. Durch einen technischen Fehler löste sich beim Start die Thermikbremse und das Modell lag bei 21 sec am Boden – Platz 5.

In der Verbrennerklasse F1P war Albert Emil Niemierski der einzige deutsche Starter und mit 13 Jahren auch der jüngste im Team. Im ersten Flug setzte sein Motor aus und er schaffte nur 24 SEC – statt 240. Doch unbeirrt und souverän erreichte er in den weiteren sechs Flügen immer die Maximalzeit und schob sich so von Durchgang zu Durchgang nach vorn bis auf den vierten Platz.

Betreut wurden die DAeC-Junioren von Michael Jäckel, Andreas Rink und André Seifert.

Insgesamt waren 104 Junioren aus 16 Nationen am Start. Neuer Weltmeister in F1A wurde  Mart Valjamae aus Estland, bestes Team war hier Polen. In F1B gewann Shalev Evroni aus Israel und das Team aus den USA. Bester in F1P war Yuangu Geng  aus China, auch sein Team wurde Weltmeister.

Weitere Details zur Weltmeisterschaft und die kompletten Ergebnisse im Blog:
https://www.thermiksense.de/2024-f1abp-wm-nord-mazedonien

Lara Maria Horak, das einzige Mädchen im deutschen Team, beim Start ihres F1B-Modells, man beachte, ihre Füße sind nicht mehr am Boden Foto: Thomas Wiesiolek
Lara Maria Horak, das einzige Mädchen im deutschen Team, beim Start ihres F1B-Modells, man beachte, ihre Füße sind nicht mehr am Boden Foto: Thomas Wiesiolek
Albert Emil Niemierski bei der Modellvorbereitung, im Vordergrund seine zwei Ersatzmodelle Foto: Thomas Wiesiolek
Albert Emil Niemierski bei der Modellvorbereitung, im Vordergrund seine zwei Ersatzmodelle Foto: Thomas Wiesiolek